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Unkräuter und Moos in Rasenflächen

Unkrautbekämpfung

Die Bekämpfung von Unkräutern in Rasenflächen ist u.a. durch vorbeugende und mechanische Pflegemaßnahmen möglich. Durch vorbeugende Maßnahmen sollen die Rasengräser gefördert und Unkräuter durch natürliche Konkurrenz zurückgedrängt werden. Abhängig sind die entsprechenden Möglichkeiten von der Art der Unkräuter, der Größe der Fläche, dem Rasentyp etc. Die richtige Pflege, u. a. die richtige Schnitthöhe und Häufigkeit, das Vertikutieren als auch das Aerifizieren tragen zur Förderung der Rasengräser und Narbendichte und somit gleichzeitig zur Unterdrückung der Unkräuter bei. Eine lückige Narbe erleichtert den Unkräutern das Einwandern. Sie entsteht häufig, wenn die Fläche zu tief geschnitten und die Narbe verletzt wird, bei Schädigung der Narbe durch falsche Anwendung von Düngern (Ätzschäden) und Schädigung durch Tiere, Sport etc.Wenn mechanische Maßnahmen und vorbeugende Pflegemaßnahmen nicht den gewünschten Erfolg bringen, ist eine Bekämpfung mit chemischen Mitteln möglich. Hier gibt es reine Unkrautbekämpfungsmittel aber auch kombinierte Dünger mit Unkrautbekämpfungsmittel. Bei speziellen Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Moosbekämpfung

Das Auftreten von Moos in Rasenflächen hat mehrere Gründe. Es ist nicht, wie häufig angenommen wird, ein niedriger pH-Wert als alleinige Ursache zu sehen. Stauende Nässe, unzureichende Belichtung, unzureichende Abtrocknung in Schattenlagen, anhaltende Taubildung, Nährstoffmangel (vor allen Stickstoff), stark saure Bodenreaktion und ungenügende Gesamtpflege begünstigen die Moosbildung. Zunächst sollte versucht werden, diese günstigen Bedingungen zu beseitigen. Darüber hinaus sollte das vorhandene Moos im zeitigen Frühjahr wie folgt bekämpft werden: Den Rasen zunächst sehr tief schneiden. Anschließend eine Mischung aus Eisen II - Sulfat (Fe SO4 - Eisenzweisulfat) und Ammoniumsulfat (NH4)2 SO4 - Schwefelsaures Ammoniak im Verhältnis 1:1 bis 1:2 mit ca. 100 g/m2 auf der vermoosten Fläche ausbringen.Das Moos färbt sich anschließend braunschwarz und stirbt ab. Es läßt sich nun durch vertikutieren sehr gut aus der Rasennarbe entfernen. Die dadurch lückig gewordende Grasnarbe sollte nachgesät werden, damit sich keine Unkräuter oder unerwünschten Gräser in den Lücken etablieren. Verwenden Sie dazu unsere Nachsaat als Mantelsaat, die ein optimales Gelingen der Nachsaat garantiert.

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Die wichtigsten Gräser im Überblick

Deutsches Weidelgras / Lolium perene

Das Deutsche Weidelgras (Ausdauerndes Weidelgras) ist eine der wichtigsten Rasenarten für die Anlage von Rasenflächen. Es bevorzugt frische, nährstoffreiche Böden und zeichnet sich durch rasche Keimung und sehr schnelle Jugendentwicklung aus. Es bildet dichte Narben, ist sehr strapazierfähig und regeneriert sich nach Belastung schnell. Deutsches Weidelgras - Rasenlolium - ist sehr gut geeignet für stark strapazierte Flächen wie Fußballplätze, Spielplätze und Liegewiesen. Entscheidend für die Entwicklung ist neben dem Standort eine sehr gute Dünger- und Wasserversorgung.

Wiesenrispe / Poa pratensis

Die Wiesenrispe ist der zweite Vertreter der sehr strapazierfähigen Rasengräser. Sie ist ein wichtiger Bestandteil in Sport- und Spielrasen und bevorzugt ebenfalls frische Böden. Da die Wiesenrispe unterirdische Ausläufer, sogenannte Rhizome ausbildet, sind die Narben mit höheren Anteilen Wiesenrispe durch hohe Scherfestigkeiten gekennzeichnet. In der Keimung und der Jugendentwicklung ist die Wiesenrispe im Gegensatz zum Deutschen Weidelgras allerdings langsamer und ist daher in der Narbe erst im Jahr nach der Ansaat anteilsmäßig stärker vertreten.

Horstrotschwingel / Festuca rubra commutata

Der Horstrotschwingel bildet niedrige, dichte Horste mit sehr feinen Blättern aus, die dichte und feine Narben formen. Er stellt geringe Ansprüche an die Nährstoffversorgung und kann längere Trockenperioden unbeschadet überstehen. Horstrotschwingel wird hauptsächlich in Zierrasen, Gebrauchsrasen, Golfrasen aber auch Landschaftsrasen eingesetzt.

Ausläuferrotschwingel / Festuca rubra rubra

Der Ausläuferrotschwingel verbreitet sich mittels unterirdischer Ausläufer (Rhizome) und ist dadurch in der Lage, Lücken zu schließen. Ausläuferrotschwingel gedeiht auch in höheren, kälteren Lagen und auf leichteren Böden sehr gut. Die Blätter haben im Gegensatz zu Horstrotschwingel eine dunklere Farbe. Er findet in den selben Mischungen Verwendung wie Horstrotschwingel.

Kurzausläuferrotschwingel / Festuca rubra trichophylla

Der Kurzausläuferrotschwingel (Haarblättriger Schwingel) ist eine Zwischenform zwischen Horst- und Ausläuferrotschwingel und bildet kurze unterirdische Ausläufer (Rhizome) aus, die es ihm ermöglichen Lücken zu schließen. Das Blatt des Kurzausläuferrotschwingels ist dunkelgrün und sehr fein. Er ist von den Rotschwingeln der strapazierfähigste und ausdauerndste und ist darüber hinaus verhältnismäßig tolerant gegenüber Salz. Der Kurzausläuferrotschwingel wird hauptsächlich in Zier- und Golfrasen eingesetzt.

Härtlicher Schwingel / Festuca ovina duriuscula

Der Härtliche Schwingel (Rauhblättriger Schafschwingel) gehört zu den anspruchslosen Horstgräsern, mit grau/blaugrünen borstigen Blättern, die eine relativ lockere Narbe formen. Er ist ausdauernd und bevorzugt leichte, trockene und nährstoffarme Böden. Härtlicher Schwingel verträgt etwas Teilschatten und mittlere Pflegeintensität mit nicht zu häufigem Schnitt. Der Härtliche Schwingel ist die wichtigste Art für extensive Begrünungen wie Landschaftsrasen, Straßenbegleitgrün, Böschungen, etc.

Rotes Straußgras / Agrostis capillaris

Das Rote Straußgras bildet dichte bis lockere Horste mit kurzen ober- und unterirdischen Ausläufern aus. Es ist eine ausdauernde Art mit feinem Blatt, die auf nährstoffarmen, sauren Böden, auf Wiesen aber auch in höheren Lagen und teilschattigen Bereichen heimisch ist. Rotes Straußgras bildet strapazierfähige homogene Narben aus, die Tiefschnitt bei ausreichender Versorgung mit Wasser und Nährstoffen sehr gut vertragen. Der Haupteinsatzbereich für Rotes Straußgras sind Golfrasen und Gebrauchsrasen.

Flechtstraußgras / Agrostis stolonifera

Das Flechtstraußgras (Weißes Straußgras) verbreitet sich mittels mehr oder weniger langer oberirdischer Kriechtriebe, die sich an den Knoten bewurzeln und Tochterpflanzen bilden. Dadurch ist es in der Lage, Lücken sehr gut zu erschließen und ist unter optimalen Bedingungen eine sehr aggressive Art. Es formt dichte, homogene Narben, die Tiefschnitt sehr gut vertragen. Flechtstraußgras wird hauptsächlich in Golfrasen und feinsten Zierrasen eingesetzt.

Rohrschwingel / Festuca arundinacea

Der Rohrschwingel bildet ausdauernde starke Horste, teilweise mit unterirdischen Trieben. Er hat ein relativ grobes Blatt und fällt nicht unter die Ziergräser. Sehr gut geeignet ist der Rohrschwingel zum Einsatz auf sehr trockenen Standorten, aber auch in nassen und schattigen Bereichen ist diese Art sehr anpassungsfähig. Rohrschwingel ist sehr robust und daher auch gut für Strapazierflächen (z.B. Pferderennbahnen) geeignet; darf dort aber nicht zu kurz gemäht werden.

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