Winterschutz für Pflanzen: Sicher durch die kalte Jahreszeit

November 15, 2019 von werner gernand

Ein Rosenbusch im Garten ist in ein Gazetuch gehüllt, um vor dem Winter geschützt zu sein.

Wenn die Blätter sich bunt färben und die letzten warmen Herbsttage vorüber sind, wird es Zeit, den Garten, die Terrasse und den Balkon winterfest zu machen. Spätestens wenn die ersten Nachtfröste anstehen, sollten Sie den Winterschutz für Ihre Pflanzen in Beeten und Kübeln angebracht haben, um diese optimal vor den kalten Temperaturen zu schützen. Warten Sie mit dem Entfernen von Vlieshauben, Rindenmulch usw. mindestens bis März. In Regionen, in denen der Winter länger und frostiger ist, lohnt es sich, die sog. Eisheiligen abzuwarten, um nicht im April oder den ersten Maitagen vom letzten Frost überrascht zu werden.

Als Hobby-Gärtner wissen Sie vermutlich genau, welche Ihrer Pflanzen winterhart sind. Für diese genügt eine Schicht Laub oder Mulch als schützende Schicht für sehr kalte Tage. Besondere Rücksicht sollten Sie auf immergrüne winterharte Pflanzen nehmen. Über die gefrorene Erde nehmen diese vergleichsweise wenig Wasser auf, geben dies aber an sonnigen Tagen verdunstend über die Blätter ab. Dies kann dazu führen, dass die Pflanzen Anzeichen von Vertrocknung zeigen; man nennt dies “Frosttrocknis”. Am effektivsten schützen Sie ihre immergrünen Pflanzen vor diesem Phänomen mit speziellen Kältevliesen.

In bestimmten Fällen ist besonderer Pflanzenschutz im Winter nötig

Besonders anfällig: Junge Obstbäume brauchen speziellen Schutz

Junge Obstbäume verfügen meist über eine dünne glatte Rinde. Diese bietet dem Stamm bei Frost keinen ausreichenden Schutz, sondern ist im Gegenteil besonders anfällig für sog. “Frostrisse”. Diese Risse entstehen, wenn die Wintersonne den auf der Baumrinde befindlichen Frost antaut und die Rinde erwärmt. Das entstandene Wasser dringt in die Rinde ein und gefriert nach Sonnenuntergang erneut. Durch die Ausdehnung entstehen jene Spannungsrisse, die den Stamm schädigen.

Winterschutz für Pflanzen: WeißanstrichAls Winterschutz für junge Obstbäume empfiehlt sich daher ein Anstrich mit weißer Stammschutzfarbe, auch “Kalkanstrich” oder “Weißanstrich” genannt. Die weiße Farbe reflektiert die Sonne und beugt so einer zu starken Erwärmung der Rinde vor. Wenn Sie junge Zierbäume im Garten haben, möchten Sie aus optischen Gründen vielleicht auf den Weißanstrich verzichten. Hier können Sie als Frostschutz etwas Jute oder Kokosmatte um den Stamm wickeln.

Winterschutz für Rosen: Veredelungsstelle schützen

Wenn Sie Ihre Rosen sicher überwintern möchten, müssen Sie besonders auf den Schutz der Veredelungsstelle achten. Bei Strauch-, Beet- und Edelrosen befindet sich diese Stelle direkt an der Triebbasis. Hier sollten Sie als Winterschutz am besten Mulch oder Tannenzweige nutzen. Für Hochstammrosen gilt dies jedoch nicht. Die Veredelungsstelle findet sich hier unterhalb der Krone. Hier empfiehlt sich daher die Verwendung einer Vlieshaube (sog. Wintervlies).

Rundumschutz für Kübelpflanzen

Pflanzen im Kübel haben es im Winter besonders schwer. Sie sind nur von wenig schützender Erde umgeben und der Frost kann auch seitlich und von unten eindringen. Um Kübelpflanzen optimal gegen Kälte zu schützen, sollten Sie ihnen einen Rundumschutz gewähren. Als Schutz von unten eignet sich z.B. eine Styropor-Platte. Seitlich sollten Sie den Kübel mit Jute oder Kokosmatten umwickeln, den Schutz von oben gewähren spezielle Kokosabdeckscheiben oder Tannenzweige.

Möglich es auch, die Kübelpflanzen in einer offenen, mit etwas Rindenmulch gefüllten Kiste zu verstauen. Anschließend wird rund um den Kübel weiterer Mulch verteilt. Die Krone der Pflanzen schützen Sie zudem mit Winter-Vlies. Wenn es möglich ist, sollten Sie Kübelpflanzen nahe der Hauswand überwintern, wo sie vor frostigen Winden geschützt stehen.

Den Garten winterfest machen

Ein Baum ist zum Winterschutz für Pflanzen in eine Schutzfolie gehüllt.Wenn Sie Ihren Garten dem Winter übergeben, lohnen sich neben dem Winterschutz für Ihre Pflanzen noch einige weitere Maßnahmen. Mähen sie vor dem Frost ein letztes Mal den Rasen. Für die ideale Überwinterung sollte die Schnitthöhe nicht mehr als 4-5 cm betragen. Außerdem empfiehlt es sich, im späten Herbst noch einmal die Erde umzugraben. Wenn der umgegrabene Boden im Winter gefriert, wird er durch eindringendes, gefrierendes Wasser weiter verfeinert und aufgelockert. Dieses Phänomen wird auch als Frostgare bezeichnet. Auch wenn Sie neue Beete für Ihren Garten planen, lohnt es sich, diese bereits im späten Herbst anzulegen. Durch den Frost wird auch hier die Erde gelockert und es bilden sich nicht direkt Unkräuter darin.

Wenn Sie Ihren Garten auf diese Weise vorbereiten, können Sie im Frühling direkt neue Sämereien bestellen. Mit dem passenden Pflanzzubehör steht einem wunderschönen neuen Gartenjahr nichts im Wege.

Kategorie: Garten

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